Der Garten vor und nach den Eisheiligen

Hecke geschnitten Eisheiligen

Als die Eisheiligen bezeichnet man die Tage vom 12. bis zum 15. Mai. Gemäß vieler Bauernregeln muss an diesen Tagen ein letztes Mal mit Minusgraden gerechnet werden und deshalb sind sie für Gärtner wichtige Tage, um die anstehenden Gartenarbeiten zu planen. Insbesondere Pflanzen, die Temperaturen unter 0 °C nicht vertragen, sollten auf keinen Fall bereits vorher im Freiland ausgebracht werden, denn sie könnten sonst über Nacht erfrieren, wenn die Temperatur drastisch sinkt. Auch viele Jungpflanzen können über die Eisheiligen den Kältetod erleiden, weshalb erfahrene Gärtner kleine Pflänzchen noch im Gewächshaus behalten, bis der 15. Mai vorüber ist.

Winterharte und robuste Pflanzen behalten Winterschutz

Winterharte Pflanzen können getrost draußen bleiben, ebenso wie recht robuste Gewächse, die mit einem Winterschutz versorgt wurden. Tagsüber kann der Winterschutz bereits im April und in der ersten Mai-Hälfte abgenommen werden, damit Kübelpflanzen und die Winterharten bereits etwas Frühlingssonne tanken können. In den Nächten sollte das Gärtnervlies wieder übergestülpt werden. Rindenmulch und Laub, welches zum Schutz vor Frost um Stämme gelegt wurde, bleiben bis nach den Eisheiligen.

Ebenfalls dürfen zum Überwintern ins Warme gebrachte Kübelpflanzen tagsüber rausgeholt werden, damit sie sich an die Sonne gewöhnen können. Entweder verbringen Sie diese am Abend wieder ins Warme oder die Containerpflanzen werden abends abgedeckt.

Was Sie vor den Eisheiligen im Garten erledigen können

Nutzen Sie die Frühlingssonne, um erste Gartenarbeiten zu verrichten. Obwohl die Eisheiligen dafür sorgen, dass Sie einige Arbeiten im Garten noch etwas zurückstellen, gibt es viel zu tun.

Kräuter und viele Salatsorten konnten bereits gesät werden, doch die jungen Pflänzchen brauchen noch bis nach den Eisheiligen nächtlichen Schutz. Das Abdecken mit Zeitung oder Gärtnervlies genügt als Frostschutz.

Blumenzwiebeln vertragen jetzt Dünger, damit sie im Sommer gut zur Blüte kommen. Jungpflänzchen müssen regelmäßig gegossen werden, denn die Tagessonne lässt den Boden bereits in den Monaten April und Mai austrocknen. In der ersten Mai-Hälfte wird der Rasen erstmals gemäht, anschließend gedüngt. Wichtig ist jetzt auch, den Komposthaufen gut zu wenden und für ausreichende Belüftung zu sorgen.

Hecken und Bäume werden in Form geschnitten, vorgezogene Containerpflanzen wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder können in den Garten umgesetzt werden. Obsthölzer werden gestutzt, Wasserruten zurückgeschnitten. Dies passiert am besten an trockenen Frühlingstagen, weil die Wunden sich nicht so leicht infizieren. Junge Obstbäume dürfen vor den Eisheiligen im Garten eingesetzt werden, wenn sie bereits kräftig Wurzeln gebildet haben. Regelmäßiges und reichliches Gießen ist notwendig.

Um das Unkraut wird sich bereits vor den Eisheiligen gekümmert, damit es sich gar nicht erst im Garten ausbreiten kann. Blattläuse werden entfernt, um ihrer Vermehrung Einhalt zu gebieten.

Tomaten und Chili lassen sich bestens im Haus vorkultivieren. Jetzt ist es an der Zeit, die Pflänzchen zu pikieren. Dies gilt für alle Jungpflanzen drinnen und draußen.

Was nach den Eisheiligen im Garten zu tun ist

Der 15. Mai ist der Tag der kalten Sophie. Mit ihm ist die gröbste Frostgefahr gebannt. Winterschutz kann entfernt, Laub und Rindenmulch von den Stämmen abgetragen werden.

Vorgezogene Pflänzchen kommen ins Freilandbeet, wo sie sich entwickeln können. Binden Sie hochwachsende Gartenpflanzen wie Tomate und Chili an Stöcke, damit das Wachstum unterstützt wird. Im Kräuterbeet kann nach den Eisheiligen eine zweite Generation der Kräuter ausgesät werden.

Möchten Sie Saatgut sortenrein selbst ziehen, müssen Sie vor der ersten Blüte einige Knospen mit Tüll oder Organza vor dem Bestäuben durch Bienen schützen. Die Bestäubung nehmen Sie mit einem Pinsel selbst vor. Denken Sie daran, nach dem Bestäuben den Insektenschutz wieder über den bestäubten Blüten zu befestigen. Erst, wenn die Blüte Früchte ausbildet, können Sie den Insektenschutz entfernen. Markieren Sie die Früchte mit einem Bindfaden. So wissen Sie, welche Früchte für die Samengewinnung zu verwenden sind.

Wie zuverlässig sind die Eisheiligen?

Die Natur unterwirft sich keinen Gesetzen, sondern sie zeigt sich durchaus eigenwillig. Die Eisheiligen sind daher nur als eine grobe Richtlinie zu betrachten. Sicherheitshalber raten wir dazu, die Wettermeldungen in der Maimitte zu beobachten und dann individuell zu entscheiden, ob wirklich alle Pflanzen nach draußen können und der Winterschutz entfernt werden kann. Denn es gab schon so manchen Spätfrost auch nach den Eisheiligen.