So werden Hortensien richtig geschnitten

Hortensie ungeschnitten
Hortensie ungeschnitten

Das Schneiden von Hortensien schreckt viele Hobby-Gärtner ab. Dabei kann ein regelmäßiger Schnitt die Blütenfülle erhöhen. Um eine Hortensie richtig zu schneiden muss man nur wissen, um was für eine Hortensien-Art es sich handelt.

Je nach Art werden Hortensien unterschiedlich stark zurückgeschnitten. Bei einem falschen Schnitt kann die Blüte im nächsten Jahr ausfallen. Die beliebte Gartenpflanze ist allgemein pflegeleicht und blüht sehr lange. Beim Schnitt unterteilt man die Pflanzen jedoch in zwei Gruppen.

Bauern-Hortensien und Teller-Hortensien werden schwach geschnitten

Die erste Gruppe umfasst alle Sorten der Riesenblatt-Hortensie (Hydrange aspera „Macrophylla“), die Samt-Hortensie (Hydrangea sargentiana), die Sorten der Teller-Hortensie (Hydrangea serrata) und der Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla). Außerem zählen mit der Eichenblatt-Hortensie (Hydrangea quercifolia) und der Kletter-Hortensie (Hydrangea petiolaris) noch zwei weitere Arten der Hortensie dazu. Diese Pflanzen legen den Austrieb für das Folgejahr bereits im Spätherbst an. Dies umschließt auch die Blütenknospen. Öffnet man im Herbst eine Knospe der Bauern-Hortensie, kann man den neuen Blütenstand samt Blättern bereits erkennen.

Hortensie geschnitten
Hortensie geschnitten

Aus diesem Grund sollten die genannten Hortensien nur schwach geschnitten werden. Damit schont man den neuen Austrieb. Dicht oberhalb der ersten intakten Knospen entfernt man den alten Blütenstand. Dazu kann die gesamte Pflanze noch etwas ausgelichtet werden. Auf Bodenhöhe können hierzu die ältesten Triebe abgeschnitten werden.

Im Frühjahr kann man die Hortensien zwar auch stärker stutzen, muss dann aber das Jahr über auf Blüten verzichten. Das zeitige Frühjahr ist für den Rückschnitt der beste Zeitraum. Diese Hortensien-Arten sind relativ frostempfindlich, sodass man beim Schnitt auch erfrorene Triebe entfernen kann. Um zu prüfen, ob ein Trieb abgestorben ist, kann mit dem Daumen ein wenig der Rinde entfernt werden. Intakte Triebe leuchten darunter grün, abgestorbene Triebe sind gelbgrün.

„Endless Summer“ ist ein Sonderfall

Eine Ausnahme bildet die Hortensie „Endless Summer“, die botanisch betrachtet der Bauern-Hortensie nahe steht. Sie besitzt allerdings eine besondere Eigenschaft und treibt stark geschnittene Blütenzweige aus dem Vorjahr erneut aus. Auch trägt die Pflanze im Vergleich zu Bauern-Hortensien im gleichen Jahr neue Blüten. Ein beliebig starker Rückschnitt ist bei der blauen „Endless Summer“ durchaus möglich.

Schneeball-Hortensie und Rispen-Hortensie treiben im neuen Jahr aus

Hortensie geschnitten im TopfZur zweiten Gruppe der Hortensien zählen einzig die Arten Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens) sowie Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata). Diese Hortensien treiben ihre Blütenknospen erst am neuen Austrieb aus, wenn die Blüte bevorsteht. Sie werden daher wie klassische Sommerblüher geschnitten. Im Spätherbst oder Frühjahr können hier alle im Vorjahr entstandenen Triebe auf kurze Stücke zurückgeschnitten werden. Hieraus entstehen neue, lange Triebe, die große Blüten ausbilden.

Die Zahl der Triebe kann mit dieser Schnitttechnik jedes Jahr erhöht oder gar verdoppelt werden. Aus jedem alten Trieb entstehen im Regelfall zwei neue Triebe. Ungünstig platzierte Triebe können entfernt werden, wenn die Kronne zu dicht werden. Auch kann man einzelne Zweige ganz entfernen. Ein zu später Rückschnitt ist nicht zu empfehlen. Dann setzt die Blüte sehr spät ein. Im Idealfall schneidet man diese Hortensien bis Ende Februar. Stehen die frostharten Pflanzen geschützt, ist auch ein früherer Rückschnitt möglich.