Klatschmohn – Blume des Jahres 2017

Klatschmohn

Zur Blume des Jahres 2017 wurde der Klatschmohn gekürt, der den botanischen Namen Papaver rhoeas trägt und auch als Mohnblume oder Klatschrose bekannt ist. Klatschmohn gehört der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) an und ziert im Sommer zahlreiche Wiesen und Felder. Mit leuchtend roter Blüte ist die Blume des Jahres 2017 meist die auffälligste Pflanze, die auf ungemähten Wiesen und Getreidefeldern ihre zarten Blütenblätter der Sonne entgegenstreckt und fröhlich im Wind tanzt.

Beschreibung Klatschmohn

Die Blume des Jahres 2017 wächst einjährig oder zweijährig als krautige Pflanze heran. Stängel und Blüte erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 90 cm. Im unteren Teil des behaarten und recht dünnen Stängels bildet sich borstig behaartes Laub, welches lanzettlich umrissen etwa 15 cm lang wird und grob eingeschnitten ist. Die einzelnen Blattabschnitte sind scharf gesägt. Bevor sich im Mai die Blüte bildet, entsteht zuvor eine herabhängende Blütenknospe, die ebenfalls behaart ist. Die Blütenknospe bildet sich aus zwei Kelchblättern, welche bei der Eröffnung der leuchtend roten Blüte abfallen. Die Kronblätter des Klatschmohns sind weitaus größer, als die kleine Blütenknospe, so dass sich die bis zu 10 Zentimeter großen Blütenblätter regelrecht in der Mohnknopse zusammenknittern müssen. Bei Eintritt in die Mohnblüte entfalten sich die zarten und sehr empfindlichen Blütenblätter, die während der Blühzeit dem Erscheinungsbild von zerknittertem Seidenpapier ähneln. Die rote offene Blüte trägt im unteren Bereich gelegentlich größere schwarze Flecken. Mohnblüten sind duftlos, produzieren keinen Blütennektar und die imposante Mohnblüte vergeht nach nur zwei bis drei Tagen. Nach der Blüte zeigt sich die etwa 10 bis 22 mm große Kapselfrucht, in der sich mehrere Hundert Samen befinden. Die dunklen Samenkörner werden als Mohnkörner bzw. Mohnsaat bezeichnet und von Streubüchsen mit Hilfe des Windes verstreut. Bei mäßigem Wind werden die Samen etwa 4 Meter weit gestreut; bei starkem Wind deutlich weiter.

Wissenswertes über die Mohnblume

Die genaue Herkunft der Mohnblume ist nicht exakt geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass sie ursprünglich in Eurasien oder Nordafrika beheimatet war und nun weltweit zu finden ist. Sie siedelt sich bevorzugt an Standorten an, wo seit längerer Zeit Ackerbau betrieben wurde. Eine sehr wahrscheinliche Erklärung dieser effizienten Verbreitung könnte die Verunreinigung von Getreidesaatgut mit Mohnsaat sein, denn Mohn wächst häufig in Getreidefeldern, aber auch auf Bahnhofsgeländen. Herbizide verdrängen die Blume des Jahres 2017, daher ist das Vorkommen in Getreidefeldern rückläufig. Häufig wächst Mohn an ungespritzten Böschungen. Wo die Mohnblume sich niederlässt, sind meist viele Mohnblumen gleichzeitig anzutreffen. Oft übernimmt Klatschmohn auch ein komplettes Getreidefeld oder eine ganze Wiese, um als als Klatschmohnfeld eine große Fläche in ein rotes Blütenmeer zu verwandeln. Seinen Namen verdankt die Blume des Jahres 2017 übrigens den Blütenblättern, die im Wind zusammenklatschend. Alle Pflanzenteile enthalten das schwache Gift Rhoeadin, das im weißen Milchsaft der Pflanze konzentriert vorkommt. Vergiftungen bei Kindern sind keine Seltenheit, verlaufen in der Regel jedoch verhältnismäßig glimpflich. Typische Symptome: Blässe, Bauchschmerzen, Erbrechen, Müdigkeit. Insofern Schweine, Pferde und Wiederkäuer in der Blüte zu viel Klatschmohn fressen, können sich mitunter schwere Vergiftungserscheinungen einstellen, die bis hin zu Bewusstlosigkeit und epileptischen Krämpfen reichen können.

Verwendung von Klatschmohn

Trotz der Giftigkeit sind geringe Mengen bestimmter Pflanzenteile für den Menschen genießbar. Die jungen Blätter vor der Blüte lassen sich roh zu Salaten geben. Der Geschmack erinnert an eine Gurke mit Haselnussaroma. Mohnblüten können als essbarer Blütendekor verwendet werden. Das Laub kann wie Spinat zubereitet werden. Getrocknete Mohnblumenblüten können in Teemischungen gemengt werden. Mohnkörner, die auf Mohnbröchten oder in Mohnkuchen besonders lecker schmecken, werden von Schlafmohn (Papaver somniferum) gewonnen, aus denen auch das Rauschmittel Opium hergestellt werden kann.

Mohn – Die Blume des Jahres 2017

Loki Schmidt, Ehefrau des deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, gründete im Jahre 1979 die ‘Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen’, die seit 1985 den Namen ‘Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen’ trägt. Alljährlich kürt die Loki-Schmidt-Stiftung seit 1980 die Blume des Jahres. Mit der Kürung des Klatschmohns zur Blume des Jahres 2017 möchte die Stiftung auf die immer mehr verdrängten Ackerwildblumen aufmerksam machen. Denn jedes zweite Ackerwildkraut steht mindestens in einem Bundesland auf der Roten Liste und ist somit vom Aussterben bedroht.

Bild: © greenX