Ingwer pflanzen im Garten – was zu beachten ist

Die Ingwerknolle (Zingiber officinale) ist eine besondere Pflanze, der man zahlreiche positive Wirkweisen nachsagt. Dabei lässt sich die Herkunft der Ingwerpflanze gar nicht so genau belegen. Es handelt sich jedoch um eine Pflanze, die in den Tropen und Subtropen beheimatet ist. Vom Ingwer wird vornehmlich nur der unteririsch wachsende Teil, das Ingwer-Rhizom, verwendet. Die Knollenwurzel zeichnet sich durch einen scharfen, aber nur wenig intensiven Geschmack aus. Ingwer gilt seit Jahrhunderten als Heilpflanze, die beispielsweise bei Reisekrankheit, aber auch bei vielen anderen Krankheiten heilende Wirkung haben soll.

Der natürliche Habitat der Ingwerpflanze & Anbau der Ingwerwurzel

Ursprünglich kommt das exotische Gewächs aus tropischen bis warmen Ländern in Asien. Allerdings lassen sich einige Arten auch in anderen Teilen der Welt kultivieren. Es ist oft problemlos möglich, eine Bio-Ingwerwurzel hierzulande erfolgreich anzupflanzen, wenn die Ingwerpflanze genügend Wärme bekommt. Der oberirdische Pflanzenteil wächst auf bis zu 150 Höhe krautig heran. Das Ingwerrhizom entwickelt sich dicht an der Erdoberfläche horizontal und entwickelt dabei ein Sprossachsensystem. Am einfachsten gelingt die Ingwerzucht, wenn ein Stück einer gekauften Wurzelknolle über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt wurde.

Die so behandelte Wurzelknolle kann dann in eine flache Pflanzschale mit nährstoffreichem Substrat eingesetzt werden. Wird die Ingwerwurzel etwa mit zwei Zentimeter dicker Erde oder Humus bedeckt, beginnt das Ingwerrhizom schon bald mit der Verwurzelung. Idealerweise wird die Ingwerwurzel mit transparenter, aber perforierter Folie abgedeckt und an einem lichthellen Standort abgestellt. Notwendig ist eine tägliche Wässerung mit einer Sprühflasche. Dabei ist darauf zu achten, dass ein regelmäßiger Luftaustausch erfolgt, um die Bildung von Schimmel zu vermeiden.

Ingwer selbst züchten: Geduld erforderlich!

Vom Anpflanzen der Ingwerknolle bis hin zu einem ersten Anpflanzerfolg ist es erforderlich, sich mehrere Monate in Geduld zu üben, bis die erste Ernte der selbstgezüchteten Ingwerknolle möglich ist. Damit die das Rhizom der Ingwerpflanze gedeiht, empfiehlt sich die Einhaltung einer Vegetationspause, in der das Rhizom in einem etwa zehn Grad kalten Raum überwintert. Es dauert circa 8 bis 10 Monate, ehe die eingepflanzte Ingwerknolle Erntereife erreicht hat. Der ideale Erntezeitpunkt ist dann erlangt, wenn die Ingwerpflanze im nächsten Herbst gelbe Blätter entwickelt hat. Nun kann die Ingwerwurzel verwendbar werden.

Die Ingwerwurzel lässt sich auf der warmen Fensterbank problemlos vermehren. Auch die Vermehrung im Garten ist möglich. Im Frühjahr werden Stücke des Ingwerrhizoms in nährstoffreichen Gartenboden eingesetzt. Die frischen Ingwerblätter sind ab Juni erntereif und können zu leckeren Salaten verarbeitet werden. Spätestens im November muss das Rhizom ausgegraben werden. Es kann dann verwendet oder für die nächste Gartensaison im Keller überwintert werden.

Wofür kann die Ingwerwurzel verwendet werden?

Ingwer lässt sich auf vielfältige Weise nutzen. Die aromatische Gewürzknolle wird als Gewürz verwendet, um Speisen zu aromatisieren. Ebenfalls wird Ingwerwurzel dazu genutzt, um daraus aromatische Getränke wie Ginger Ale oder Ingwerbier herzustellen. Am bekanntesten ist hierzulande die Verwendung des Ingwers als Tee. Ingwertee wird in Süd-, Ostasien und in europäischen Ländern verwendet, um sich die antibakterielle, durchblutungsanregende und antiseptische Eigenschaft zu Nutzen zu machen. Besonders beliebt ist der Ingwertee, für den 5-6 Schreiben ungeschälter Bio-Ingwer mit kochendem Wasser übergossen und bis zu 20 Minuten ziehen gelassen werden.

Ingwer als Nutzpflanze und Heilpflanze

Ingwer gilt als eine der ältesten Heilpflanzen und wird vielfach eingesetzt. Die Rhizome werden als scharfes Gewürz verwendet, das hervorragend zu Fleisch, Fisch, Chutneys und würzigen Gebäcksorten passt. Mit Zucker oder Schokolade überzogen werden Stücke der Ingwerknolle als leckere Süßigkeit angeboten. Ebenfalls ist ihre Verwendung als Heilpflanze ein spannendes Thema. Ingwer enthält ätherische Öle und scharfe Inhaltsstoffe, die ihm heilfördernde Wirkungen zuweisen. So zeichnet sich Ingwer dadurch aus

  • antioxidativ
  • antiemitisch
  • entzündungshemmend

zu wirken und anregend für die Bildung von Speichel, Magensaft und Gallensaft zu sein. Ingwer wird deshalb in asiatischen Ländern in der traditionellen Medizin bei Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen, Rheuma und Erkältungen eingesetzt.