Holunderbeeren essbar oder giftig?

holunderbeeren

Der Holunderstrauch lädt mit seinen reifen Beeren zum Naschen ein. Doch immer wird davor gewarnt, Holunderbeeren zu essen, weil sie als giftig gelten. Jedoch ist auch bekannt, dass sich aus Holunder leckere Köstlichkeiten wie Holundergelee oder Holundersirup zubereiten lassen. Erfahren Sie jetzt, was es mit der Giftigkeit von Holunder auf sich hat und ob die roten und schwarzen Beerenfrüchte des Holunders genießbar sind.

Holunder – ein Strauch mit mystischer Bedeutung

Holunder (Sambucus) gehört der Familie der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) an. Drei von insgesamt etwa 10 Arten zählen zu den heimischen Pflanzen in Mitteleuropa. Unterschieden wird zwischen diesen drei europäischen Arten:

  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Roter Holunder (Sambucus racemosa)
  • Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus)

Die meist sommergrünen Holunderpflanzen wachsen als Sträucher und Halbsträucher heran und erreichen eine Wuchshöhe zwischen 1 und 15 Meter.

In der prähistorischen Zeit wurden die verschiedenen Pflanzenteile des Holunders als Nahrungsmittel, Färbemittel, als einfaches Bohrwerkzeug sowie zum Herstellen von Flöten verwendet. Darüber hinaus kamen dem Holunderstrauch in den Bereichen Mythologie, Religion, Volks- und Aberglaube wichtige Bedeutungen zu. Positiv, wie auch negativ.

So waren die Menschen verschiedener Kulturen davon überzeugt davon, dass im Holunderbusch gute Geister wohnen würden, weshalb der Beerenstrauch in Hausnähe gepflanzt wurde. Allerdings deutete, so der Aberglaube, ein dörrender Holunderstrauch den bevorstehenden Tod eines Familienangehörigen an.

Auch sagte man Pflanzenteilen wie etwa den Holunderbeeren Heilkräfte nach. Das Umarmen des Baumes könne einen Kinderwunsch erfüllen. Der Genuss einer Holunderdolde am Johannistag solle ein Jahr lang Fieber abwehren. Das Kauen auf Holunderzweigen vertreibe Zahnschmerzen.

Holunderbeeren und weitere Pflanzenteile in der Küche und als Heilmittel

Holunder Pflanzenteile und Holunderbeeren werden heute vielseitig zum Zubereiten in der Küche sowie als natürliches Heilmittel verwendet. Von den drei europäischen Holunderarten finden hauptsächlich die Früchte der Schwarze Holunder als Obst und die Blüten zur Weiterverarbeitung Verwendung.

Hinweis: Roter Holunder (Sambucus racemosa) enthält eine höhere Konzentration an Pflanzengiften als Schwarzer Holunder. Sogar nach dem Erhitzen bleiben die Kerne im Roten Holunder giftig! Daher sind die Früchte nur nach vollständigem Entkernen und Erhitzen genießbar.

Zwerg-Holunder wird vorwiegend als Zierpflanze im Garten oder zur Befestigung von Dünen benutzt. Aufgrund der Toxizität und dem unangenehmen Geruch spielt er in der Ernährung keine Rolle.

Holunder niemals roh verzehren

Am häufigsten wird Sambucus nigra verzehrt. Der Schwarze Holunder wird unter anderem als Holder, Holderbusch oder als Schwarzer Flieder und seine Beeren als Fliederbeeren bezeichnet. Seine Blätter, die Rinde, unreife Beerenfrüchte sowie die Samen in reifen Früchten enthalten cyanogene Glycoside (Pflanzengifte), zu denen auch das Sambunigrin zählt.

Was die Angaben zur Toxizität betrifft, lassen sich in der Literatur unterschiedliche Informationen finden. Bei rohem Verzehr können Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Atembeschwerden die Folge sein. Cyanogenen Glycoside zerfallen beim Erhitzen, sodass sich der Gehalt der Pflanzengifte stark verringert.

Schwarzen Holunder richtig verarbeiten

Aus Holunderblüten, Holunderbeeren sowie der Rinde lässt sich beispielsweise Tee herstellen. Getrocknete Holunderblüten werden für die Zubereitung von Holunderblütentee verwendet, der bei rheumatisch bedingten Beschwerden Linderung verschaffen soll. Holunderblütentee ist reich an Antioxidantien, soll gegen freie Radikale, für besseren Zellschutz sowie entzündungshemmend wirksam sein.

Holundersaft, der aus Holunderbeeren hergestellt wird, ist reich an Vitamin C und Vitamin B. Die enthaltenen ätherischen Öle sollen schleimlösend sein und bei Grippe für Linderung sorgen. Für weitere medizinische Anwendungen kommt kaltgepresstes Holunderöl in Betracht.

Eine der geläufigsten Verwendung von Holunderbeeren ist die Zubereitung zu Gelee.Die vitaminreichen und aromatischen Beeren des Holunders schmecken ebenfalls in Roter Grütze oder in Kuchen besonders lecker. Da für diese Leckereien die Zubereitung unter Zufuhr von Hitze durch Aufkochen oder Backen erfolgt, ist der Genuss der verarbeiteten Holunderbeeren unbedenklich. Köstlich sind auch die schneeweißen Dolden, wenn Sie in Pfannkuchenteig ausgebacken werden.

Tipp: Wenn Sie Schwarze Holunderbeeren in der Küche verwenden möchten, nutzen Sie nur vollreife Beerenfrüchte. Sortieren Sie unreife Beeren aus und entfernen Sie alle Stiele sorgfältig. Kochen oder backen Sie die Beeren mindestens 20 Minuten bei einer Temperatur von wenigstens 80°C. Sambunigrin zersetzt sich ab einer Temperatur von 76,3 Grad Celsius.
Sind Holunderbeeren giftig