Ableger selbst ziehen: 3 Möglichkeiten wie man Ableger erfolgreich zieht

Pflanzen Ableger ziehen

Von zahlreichen Zimmer- und Gartenpflanzen lassen sich problemlos Ableger selbst ziehen. Dies gelingt je nach Pflanzenart mit verschiedenen Methoden. Wir stellen Ihnen 3 beliebte Methoden der Pflanzenvermehrung vor.

Absenker: Einfache vegetative Vermehrung durch Blastochorie

Die Pflanzenvermehrung mit einem Absenker geschieht in der Natur bei vielen Pflanzen von ganz alleine. Bei dieser Methode, Pflanzenableger zu ziehen, hat ein Spross der Pflanze über einen längeren Zeitraum dauerhaften Kontakt mit dem Substrat. Dort, wo der Pflanzenspross mit der Erde Kontakt hat, bilden sich Wurzeln, die eine zwar genetisch identische, aber eigenständige Pflanze entstehen lassen. Voraussetzung dabei ist jedoch, dass der Spross nach unten wächst (hängt), um eigenständig diesen Kontakt zum Gartenboden oder zur Erde im Pflanzgefäß herstellen zu können.

Diese eigenständige Pflanzenvermehrung ist beispielsweise bei Erdbeeren möglich. Die Stammpflanze bildet oberirdisch teilweise meterlange Ausläufer (Stolonen), die nach unten hängen und bei Bodenkontakt verwurzeln, sodass sich im Laufe der Zeit eine sehr dichte Erdbeer-Kolonie bildet. Die durch diese Vermehrungsmethode entstandenen Jungpflanzen können ausgegraben und an einem neuen Standort eingepflanzt werden. Möchten Sie von einer bereits vorhandene Zimmerpflanze oder Gartenpflanze mit dieser Vermehrungsmethode Ableger selbst ziehen, können Sie den Spross durch mechanische Fixierung mit dem Substrat in Kontakt bringen.

Dafür biegen Sie einen Ausläufer nach unten, bis er die Erde berührt. Nun können Sie den Absenker mit einem Bindfaden an einen in die Erde gesteckten Holzstab binden, um sicherzustellen, dass der Kontakt zwischen Absenker und Substrat bestehen bleibt. Alternativ zur Fixierung mit einem Holzstab ist es auch möglich, den Pflanzenabsenker mit Erde oder Steinen zu beschweren. Sollte der Absenker keine ausreichende Biegsamkeit aufweisen, schichten Sie einen Erdhaufen auf, bis der Absenker den Erdboden berührt. Generell wird bei der Pflanzenvermehrung durch Absenker der Zweig solange an der Stammpflanze gelassen, bis die Verwurzelung erfolgt ist. Die Verbindung zur Mutterpflanze kann, aber muss nicht zwingend getrennt werden.

Tipp: Um mehrere Jungpflanzen zu ziehen, wird ein langer Selbstausläufer vollständig auf eine längliche Erdrille gelegt und befestigt. Sobald der Ausläufer Wurzeln gebildet hat, können alle Sprossen voneinander getrennt werden, sodass selbstständige Pflanzen heranwachsen. Neben verschiedenen Erdbeersorten wie Gartenerdbeere und Walderdbeere eignen sich beispielsweise diese Pflanzen:

  • Stachelbeere
  • Johannisbeere
  • Salbei
  • Thymian
  • Bodendeckerrosen

sowie diverse Kletterpflanzen und Sträucher.

Pflanzenvermehrung durch Stecklinge

Die Stecklingsmethode ist ebenfalls eine sehr einfache Möglichkeit, um Ableger selbst zu ziehen. Diese Methode basiert darauf, von der Mutterpflanze abgetrennte Pflanzenteile in Substrat zu stecken, wo sie Wurzeln bilden und zu einer neuen und gesunden Jungpflanze heranwachsen. Häufig wird dabei ein diesjähriger Trieb unter einem Blatt abgeschnitten. Falls Blüten und Knospen vorhanden sind, werden diese vorsichtig entfernt und die Triebspitze abgeschnitten. Der Stängel im unteren Bereich wird von Blättern befreit; jedoch sollten zumindest 2 Blätter am Steckling belassen werden. Bei manchen Pflanzenarten genügt es, ein Blatt mit Stängel als Steckling zu verwenden, wie es zum Beispiel beim Kriechenden Schönpolster (Callisia repens) möglich ist. Das weitere Vorgehen für eine erfolgreiche Pflanzenvermehrung durch die Stecklingsmethode hängt von der Pflanzenart ab.

Stecklinge im Wasser ziehen

Pflanzenarten wie beispielsweise Oleander, Fuchsie oder Gummibaum bilden ihre Wurzeln besonders gut im Wasser aus. Dazu wird der Steckling bis zur Höhe des ersten Blattknotens in Wasser gestellt. Der Blattknoten bzw. das Blattauge, also die Stelle, an der ein Blatt entfernt wurde, soll dauerhaft unter Wasser sein. Das Gefäß mit dem Steckling sollte hell und warm, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Haben sich Wurzeln gebildet, wird die Jungpflanze in Erde eingesetzt. Bei manchen Pflanzen ist dies auch direkt mit dem Steckling möglich.

Stecklinge in Erde ziehen

Viele Pflanzenstecklinge kommen prima damit zu recht, wenn sie direkt in sandige Erde gesteckt werden, um dort zu verwurzeln. Dazu gehören beispielsweise:

  • Kakteen
  • Rosmarin
  • Chili
  • Tomaten
  • Myrte
  • Geranien
  • Drachenbaum
  • Efeu

Beachten Sie auch hierbei, das Blattauge etwa 2 cm tief in das Substrat zu versenken, die Erde um den Stängel herum gut festzudrücken und nach dem Setzen ordentlich zu bewässern. Wählen Sie einen hellen, aber nicht sonnigen Standort und halten Sie das Substrat feucht, aber nicht nass.

Pflanzenvermehrung durch Teilung

Bei der Vermehrung durch Teilung wird entweder der ausgegrabene Wurzelballen geteilt oder in der Erde wird ein Teil des Wurzelballens abgestochen. Je nach Größe der Wurzel kann die Teilung mit einem Messer oder mit einem scharfkantigen Spaten erfolgen. Besonders beliebt ist diese Vermehrungsmethode zum Beispiel bei Giersch, Beinwell und Kren. Ebenfalls eignen sich Prachtspiere, Sommerphlox, Rittersporn, Frühlingsmagerite, Schleierkraut, Nachtkerze, Lupine und viele weitere Sträucher. Die Teilung kann entweder direkt nach der Blüte erfolgen oder sogar im Frühjahr, wobei dafür vornehmlich Spätblüher in Betracht kommen. Der abgetrennte Wurzelteil kann einfach in die Erde gepflanzt werden.