Wurzelsperre – Wann und wo wird sie benötigt?

bambus mit wurzelsperre

Manche Gartenpflanzen haben schnell wachsende und kräftige Wurzeln, die sich innerhalb kürzester Zeit unkontrollierbar im gesamten Garten verbreiten, wenn das Wachstum nicht durch eine Wurzelsperre eingedämmt wird. Auch als Rhizomsperre bezeichnet, wird um den Wurzelballen eine undurchdringbare Barriere in die Erde eingebracht, um die Ausbreitung kräftig wachsender Pflanzenwurzeln (Rhizome) zu verhindern.

Warum brauchen Pflanzen eine Wurzelsperre?

Ein üppiges Wachstum der Gartenpflanzen erfreut jeden Gärtner. Aber nur solange, wie man die Pflanzenpracht überschauen kann und die gewünschte Gartenbepflanzung harmonisch miteinander den Garten ziert. Sobald eine dominante Pflanze alles überwuchert, deren Wurzeln anderen Gartengewächsen regelrecht das Wasser abgräbt und sie verdrängen, ist der Ärger groß. Zumal aggressives Wurzelwerk sich ohne Wurzelsperre nicht davon abhalten lässt, unter dem Gartenzahn hindurchzukriechen und auch noch den Nachbargarten für sich zu erobern.

Selbst Gartenteich und Swimmingpool sind vor den durchdringenden Rhizomen dominanter Pflanzen nicht sicher. Hat eine dominante Pflanze es einmal geschafft, sich durch den gesamten Garten zu verwurzeln, ist der Aufwand immens und teuer, die übermächtige Pflanze unter Kontrolle zu bringen. Schlimmstenfalls muss großzügig die Gartenerde abgetragen und durch frische Erde ausgetauscht werden. Daher sollte bei bestimmten Pflanzenarten bereits beim Einpflanzen dem Wurzelwachstum Einhalt geboten werden.

Welche Pflanzen brauchen eine Wurzelsperre?

Allen voran ist der Bambus zu nennen, der sich mit seinem mächtigen Wurzelsystem unterirdisch schnell und fast unaufhaltbar ausbreitet. Selbst Keramik ist vor der gewaltigen Wurzelkraft nicht sicher. Einige Bambusarten lassen sich zuverlässig nur mit einer Begrenzung aus Beton aufhalten. Ebenfalls gehört die Himbeere zu den Sträuchern, deren Wurzeln sich schnell vermehren und als Flachwurzler sich weit verzweigen.

Zudem nehmen Flachwurzler wie der Himbeerstrauch anderen Gewächsen das Wasser weg, so dass diese verkümmern, während sich die dominante Pflanzenart weiter ausbreitet und den Garten erobern kann. Neben Bambus und Himbeere gehören beispielsweise auch Brombeere, Walderdbeere, Sanddorn, Essigbaum, Minze, Zitronenmelisse, immergrünes Efeu, Topinambur sowie weitere Bodendecker und Staudenpflanzen zu denen, die mit Wurzelsperre gepflanzt werden sollten. Und auch diese Gewächse breiten sich ohne Wurzelbegrenzung im Garten aus:

  • Farn
  • Moos
  • Lotus
  • Spargel
  • Maiglöckchen
  • Buschwindröschen
  • Zyperngras

Wie funktioniert eine Wurzelsperre und wie macht man sie?

Um eine funktionsfähige Sperre einzurichten, muss man wissen, wie sich die Rhizome entwickeln. Bei Gewächsen, deren Rhizome sich nur unterirdisch ausbilden, genügt es, bereits beim Einpflanzen um die Pflanze herum einen ca. 65 Zentimeter tiefen Graben auszuheben und dort die Rhizomsperre um das Pflanzloch einzubauen, um die Ausbreitung der Pflanzenwurzeln zu unterbinden. Bei Pflanzen, die oberirdisch Ausläufer bilden, welche sich als Absenker selbst vermehren (zum Beispiel Walderdbeere), muss auch oberirdisch die Vermehrung verhindert werden.

Welche Materialien eigenen sich für unterirdische Wurzelsperren?

Dies kommt darauf an, für welche Pflanzenart die Sperre vorgesehen ist. Bei Bambuspflanzen ist eine Wurzelsperre aus Beton zu empfehlen, die ringförmig mit angemessenem Abstand um den Wurzelballen gegossen wird. Die Betonumrandung sollte zumindest 65 Zentimeter tief in die Erde reichen. Wichtig ist, den Beton ab und zu freizulegen und gegebenenfalls aufzufüllen, da es gewichtsbedingt zur Absenkung kommt. Um weniger vordringenden Pflanzen eine Wurzelbegrenzung zu verpassen, eignen sich weitere Materialien als Rhizomsperre. Es können beispielsweise ausrangierte

  • Mörteleimer
  • Speiskübel
  • große Blumenkübel
  • Zinkwanne

verwendet werden, um der Wurzelausbreitung Einhalt zu gebieten. Bei derartigen Gefäßen ist der Boden zu perforieren, damit keine Staunässe entsteht. Zudem sind im Fachhandel spezielle dicke Folien unter Bezeichnungen wie Wurzelschutz, Bambussperre, Wurzelvlies usw. erhältlich. Dort, wo die beiden Kanten der Folie aufeinander treffen, muss mit einer Schiene aus Aluminium (Bambus Verschlussschiene) eine sichere Verbindung angelegt werden, damit die Rhizome keine durchdringbaren Lücken für die Wurzelausbreitung nutzen können. Herkömmliche Teichfolie genügt in der Regel nicht, um die Verwurzelung im Boden erfolgreich zu verhindern.

Wurzelsperre für Pflanzen, die sich mit Absenkern ausbreiten

Auch hier ist die Walderdbeere ein gutes Beispiel. Erdbeerpflanzen bilden Antennen ähnliche Absenker aus, die bei Kontakt mit Erde verwurzeln und so die Ausbreitung der Pflanze sicherstellen. Das Abschneiden der Absenker hilft zwar, erfordert aber regelmäßige Kontrolle. Um die Erdbeerpflanze lässt sich jedoch Folie in die Erde eingraben, welche das Verwurzeln unmöglich macht. Zusätzlich empfiehlt es sich, um das Gewächs ein Kiesbett anzulegen. So haben Absenker keine Chance mehr, in der Erde Wurzeln zu schlagen.

Nachträglich Wurzelsperre anlegen

Wurde beim Einpflanzen vermehrungsfreudiger Gewächse die Rhizomsperre versäumt, lässt sich diese auch nachträglich anbringen, um das Wurzelwerk einzugrenzen. Dabei wird ähnlich vorgegangen wie beim Einpflanzen einer stark verwurzelnden Pflanzen. Bei dem erforderlichen Erdaushub um die Problempflanze werden sich stark ausbreitende Wurzelausläufer vom Wurzelstock der Mutterpflanze abgetrennt und vollständig aus der Erde entfernt. Ausgegrabene Wurzeln sollten sicherheitshalber nicht über den Komposthaufen entsorgt werden, da auch von dort die Verwurzelung ausgehen kann.