Wieso Nährstoffe im Boden so wichtig sind

Eine ausgewogene Menge an bestimmten Nährstoffen ist in Verbindung mit Licht und Wasser elementare Pflanzennahrung und für das Wachstum der Pflanzen notwendig. Nur, wenn der Boden eine gute Bodenqualität, die richtige Zusammensetzung an Nährstoffen enthält und auch weitere Faktoren die optimalen Bedingungen gewährleisten, entwickeln sich Pflanzen am Standort perfekt. Erfahren Sie hier, welche Nährstoffe notwendig sind und wie sich die Bodenqualität überprüfen lässt.

Die wichtigen Nährstoffe – was brauchen Pflanzen zum Leben?

Für optimales Gedeihen von Zimmerpflanzen und Gartenpflanzen stellen insbesondere

  • Eisen
  • Calcium
  • Phosphor
  • Nitrat (Stickstoff)
  • Schwefel
  • Stickstoff

die notwendigsten Nährstoffe dar. Wichtig sind neben anderen jedoch auch Zink, Bor, Magnesium, Kalium sowie ein optimaler pH-Wert, der ebenfalls für das Pflanzenwachstum entscheidend ist.

Die optimale Pflanzenversorgung durch Nährstoffe

Sonnenlicht ist ein Grundnahrungsmittel aller Pflanzenarten. Die verschiedenen Pflanzenarten haben jeweils individuelle Bedürfnisse, was Nährstoffe, Licht und Wasser anbelangt. Um das wichtige Blattgrün (Chlorophyll) zu produzieren, benötig jede Grünpflanze Sonnenlicht, Kohlendioxid, Wasser und Salze. Dadurch wird die Verwandlung in Traubenzucker ermöglicht, bei der die Pflanze als Abfallprodukt Sauerstoff ausscheidet. Erhält die Pflanze in einem ausgewogenen Verhältnis alles, was sie benötigt, wächst sie gleichmäßig heran. Mangelt es ihr an Licht, kommt es zur Vergeilung und die Pflanze gedeiht nicht ordentlich.

Wasser dient innerhalb der Pflanze als Transportmittel, das aus dem Boden aufgenommene Nährstoffe in alle Pflanzenteile transportiert. Das Wasser löst die Nährstoffe im Boden auf und transportiert diese vitale Lebensnahrung in Blätter, Blüten und später auch in die Früchte der Pflanze. Leidet eine Pflanze unter Wassermangel, hängen die Blätter, welken und die Pflanze geht ein. Zu Mangelerscheinungen kommt es auch, wenn der Boden nicht ausreichend mit den benötigten Nährstoffen angereichert ist. Allerdings führt auch eine übermäßige Anreicherung des Bodens mit einem bzw. mehreren Nährstoffen zu Problemen. So werden Pflanzen bei einer Überversorgung beispielsweise auch anfälliger für Schädlingsbefall und Krankheiten.

Tipp: Um die Pflanzen optimal zu versorgen, ist es daher notwendig, sich mit den pflanzenspezifischen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Hinweise, was eine Pflanze an Nährstoffen und Standortbedingungen braucht, finden sich auf der Verpackung der Samen oder am Etikett bzw. Stecker am Blumentopf, wenn man eine vorgezogene Pflanze kauft.

Was bewirken die Nährstoffe im Boden?

Kalium (K) Wichtig für Regulierung des Wasserhaushaltes, erhöht die Winterhärte, fördert Aromabildung von Obst und Gemüse und erhöht die Lagerfähigkeit von Karotten, Sellerie usw.. Enthalten in Kompost, Brennesseljauche, Mist von Geflügel und Rindern, Holzasche. Kalzium (Ca) Erhöht den pH-Wert der Erde (Entsäuerung), verbessert die Durchlüftung des Bodens, erhöht Nährstoffverfügbarkeit anderer Nährstoffe.

Enthalten in Eierschalen, Holzasche, Kompost und Brennesseljauche. Magnesium (Mg) Reguliert Wasserhaushalt, notwendig für Eiweißbildung, bei Magnesiummangel bleiben die Früchte klein. Enthalten in Steinmehl, Algenkalk, Kompost, Brennesseljauche, Holzasche. Stickstoff (N) Fördert Wachstum und Blattgrün, ist enthalten in Kompost, Laub, Hornmehl. Phosphor (P) Fördert das Wachstum von Keimwurzeln und ist wichtig für die Bildung der Blüten und Früchte. Ebenfalls enthalten in Kompost, Hornspänen und Brennesseljauche.

Schwefel (S) Wichtig für die Bildung von kräftigen Blättern und Stängeln. Enthalten in Hornspänen, Beinwelljauche, Brennesseljauche. Spurennährstoffe wie Eisen, Bor, Kupfer, Zink und andere werden von Pflanzen nur in geringen Mengen benötigt und sind in einem guten Boden ohnehin in ausreichender Dosierung enthalten. Allerdings kann es sein, dass stark alkalische oder sehr saure Böden zu wenig Spurennährstoffe enthalten, sodass es zu Mangelerscheinungen kommen kann.

pH-Wert im Gartenboden entscheidet über Nährstoffaufnahme

Der pH-Wert gibt Aufschluss über das Verhältnis von Basen zu Säuren. pH 7 ist neutral, Werte < 7 b bezeichnen sauren Boden, Werte > 7 stehen für basische Erde. Der pH-Wert sagt etwas über die Fruchtbarkeit der Erde aus und entscheidet auch darüber, wie gut bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente aufgenommen werden können. Allgemeine „Düngeempfehlungen für den Hausgarten” der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen:

  • leichte Böden: 5,3 – 5,7
  • mittlere Böden: 5,7 – 6,5
  • schwere Böden: 6,3 – 6,9

In Deutschland neigt Gartenerde zu einem eher säuerlichen pH-Wert. Durch das Einarbeiten von Kalk lässt sich der saure Boden aufbereiten. Ist der pH-Wert zu hoch, ist die Einarbeitung von Nadelholz-Kompost oder Traubentrester eine wirksame Maßnahme, die Bodenqualität zu verbessern.

Wie kann man die Qualität des Gartenbodens überprüfen?

Ab besten erfolgt im Frühjahr eine Bodenanalyse, die mit einem Schnelltest durchgeführt werden kann. Solche Schnelltests sind im Gartenfachhandel erhältlich. In regelmäßigen Abständen von 3 bis 5 Jahren empfiehlt sich eine Laboranalyse, die umfangreichen Aufschluss über die Qualität des Bodens und Empfehlung zur Düngung gibt.