Stechpalme – der immergrüne Weihnachtsstrauch

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Die markanten Blätter der Stechpalme (Ilex) sind jedem bekannt. Diese sind nämlich dunkelgrün, glänzend und auffällig gezähnt. In Kombination mit den leuchtend roten Beerenfrüchten, die sich von September bis in den November ausbilden, ist es nicht verwunderlich, dass eben jene Pflanze in Ländern wie Amerika, England und Frankreich als dekorative Weihnachtspflanze eingesetzt wird und häufig das Motiv auf Weihnachtskarten darstellt.

Beschreibung der Stechpalme

Stechpalmen gehörten der Ordnung Aquifoliales an und es werden innerhalb der Gattung bis zu 600 Arten gezählt, die in drei Untergattungen sortiert werden:

  • Byronia (eine Art)
  • Prinos (ca. 12 Arten)
  • Alex L. (über 400 Arten)

Die immergrünen Sträucher wachsen je nach Art auf 2 bis 25 m Höhe heran, die lederartigen Laubblätter wachsen überwiegend wechselständig und sind meist gestielt. Das auffällige Laub ist selten glatt, meist weist es eine gezahnte Form auf. Je nach Art sind die Stechpalmenblätter dornig. Es wachsen kleine unauffällige Blüten, aus denen sich später meist farbige Beeren bilden, die rot, braun, schwarz werden oder gelegentlich grün bleiben.

Ilex aquifolium lautet der wissenschaftliche Name für die in Deutschland geschützte Europäische Stechpalme, welche als Strauch 1 bis 5 Meter oder als Baum bis zu 15 Meter Wuchshöhe erreicht. Die Europäische Stechpalme blüht im gegen Frühlingsende. Die bis zu 1 Zentimeter im Durchmesser erreichenden roten Beerenfrüchte reifen bis in den Oktober heran. Das Vorkommen der Art liegt im europäischen Raum; aber auch in Nordafrika ist Ilex aquifolium beheimatet. Das Strauchgewächs benötigt milde Winter und trockene Sommer.

Die Stechpalme gilt als unkomplizierter Pflegling, der problemlos geschnitten und in Form gebracht werden kann. Vermehrt wird durch Absenker. Die Strauchpflanze ist resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Bevorzugt werden eher trockene Standorte, jedoch muss regelmäßig gegossen werden. Im Frühling sollten Sie mineralisch düngen. Wachsfördernd ist das Ausbringen von Stallmist bzw. verrottetem Kompost. Beim Kontakt mit der Pflanze sollten aufgrund ihrer Toxizität immer Gartenhandschuhe getragen werden.

Giftigkeit der Stechpalme

Die Europäische Stechpalme ist giftig. Insbesondere das Laub sowie die roten Beeren sind hochtoxisch und führen bei Aufnahme zumindest zu massiven Vergiftungserscheinungen wie

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Magenentzündung
  • Lähmung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Nierenschäden

Durch die enthaltenen Gifte

  • Ilicin
  • Nitril
  • Menisdaurin
  • Rutin
  • Ursolsäure
  • Triterpene
  • Saponine

ist die Menge von 20 bis 30 Beeren für Erwachsene tödlich. Insofern Sie die Stechpalme im Garten ansiedeln wollen, muss sichergestellt werden, dass Kinder die Beeren nicht verzehren, da für Kinder sogar schon weniger Beeren letal sind. Gleiches gilt auch für Haustiere.

Ilex in der Heilkunde

Wie viele Giftpflanzen wurde/wird auch die Stechpalme in der Heilkunde eingesetzt, denn bekanntermaßen macht die Dosis das Gift. So ging man in der Alternativen Medizin davon aus, Pflanzenteile der Stechpalme könnten bei Gicht, Rheuma, Fieber, Bronchitis, Epilepsie und weiteren Krankheiten helfen. In der Schweiz zählen Teile der Stechpalme auch heute noch in homöopathischen Anwendungen eine wichtige Rolle. Die Blätter werden abgekocht, um beispielsweise bei Fieber dieses zu senken oder sich die harntreibende Wirkung zu Nutzen zu machen.

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