Rindenmulch im Beet: Vor- und Nachteile

Rindenmulch

Rindenmulch gilt als vielseitiges Hilfsmittel im Garten und ist für diverse Vorteile bekannt. Man sagt der zerkleinerten Baumrinde viele hervorragende Eigenschaften nach. Aber stimmt es, dass Mulchen generell gut ist für die Beete? Gibt es Nachteile? Was ist bei der Verwendung von Rindenmulch im Beet zu beachten und welche Qualitätsunterschiede gibt es bei Mulchmaterial?

Was ist Rindenmulch & woran man gute Qualität erkennt

Bei Rindenmulch handelt es sich um unfermentierte und zerkleinerte Rinde von Bäumen. Der gehäckselten Baumrinde sollen keine weiteren Zusätze beigefügt werden. In seiner reinen Form ist die Verwendung von Mulch im Garten ökologisch unproblematisch. Jedoch hat der Gesetzgeber keine Regelung getroffen, aus was Rindenmulch tatsächlich bestehen muss bzw. was nicht darin enthalten sein darf. Somit gibt es deutliche Qualitätsunterschiede und leider auch Mulch, der keinerlei Baumrinde enthält. Rindenmulch kann somit zu 100 % aus Fremdstoffen hergestellt sein, solange diese pflanzlicher Herkunft sind Die mitunter mögliche Cadmium-Belastung stellt ein weiteres Problem dar. Cadmium ist ein giftiges Schwermetall, das zwar in der Natur vorkommt, aber dennoch schädlich für Pflanzen und Umwelt ist.

Zwar hat Rindenmulch viele Vorteile, die sich sowohl im privaten Garten, wie auch im öffentlichen Garten-und Landschaftsbau nutzen lassen. Allerdings sollte stets auf ein gutes Mulchprodukte geachtet und strikt darauf verzichtet werden, Rindenmulch in Beeten einzusetzen, in denen Obst, Gemüse oder Salat angepflanzt wird. Hierfür können andere organische Mulchmaterialien wie z. B. Rasenschnitt zum Einsatz kommen.

Tipp: Wenn Sie Rindenmulch kaufen, informieren Sie sich genau darüber, aus was das Mulchmaterial besteht. Investieren Sie lieber etwas mehr in ein vertrauenswürdiges Produkt. Nur dann können Sie die Vorteile beim Mulchen nutzen. Das RAL-Gütesiegel ist ein Qualitätskriterium, an dem Sie sich orientieren können. Achten Sie beim Kauf auch auf den Geruch. Hochwertiger Rindenmulch duftet nur mäßig; schlechte Qualität ist an einem strengen Geruch erkennbar.

Wofür ist Rindenmulch gut?

Zerkleinerte Baumrinde hat phantastische Eigenschaften, die je nach Einsatzgebiet die Gartenarbeit erleichtern und nachhaltig zu einem schönen Garten beitragen können. Durch die Zerkleinerung der Rinde entsteht ein relativ weiches Material, das

  • Unkraut zuverlässig unterdrückt.
  • langsam verrottet und langfristig den Boden mit Nährstoffen versorgt.
  • die Verdunstung von Feuchtigkeit aus dem Boden stark hemmt.
  • mit einer schönen und natürlichen Optik Beete toll aussehen lässt.
  • Regenwürmer anlockt, die den Boden auflockern.
  • im Winter kälteempfindlichen Pflanzen als Winterschutz dient.
  • auf Gehwegen und Spielplätzen einen weichen Untergrund bildet, der falldämpfend ist.
  • nach Regen zügig abtrocknet und Spielflächen schnell wieder nutzbar macht.
  • Hunde und Katzen recht zuverlässig vom Urinieren und Koten abhält.
  • bei ausreichender Materialstärke Bodenerosion verhindert.
  • in der Terraristik häufig als Bodengrund Verwendung findet.

Damit die Vorteile von Rindenmulch optimal ausgenutzt werden können, ist auf die richtige Anwendung zu achten. Tipps dazu folgen nun.

Wofür wird Rindenmulch verwendet?

Mulch kommt häufig in schlecht zugänglichen Beeten zum Einsatz, um dort Unkraut am Wuchern zu hindern und den Bewässerungsaufwand zu reduzieren. Bevor der Rindenmulch aufgebracht wird, sollte Unkraut sorgfältig entfernt und der Bereich eventuell mit einem für Unkraut undurchlässigen Vlies ausgelegt werden. Im Bereich von Baumscheiben und unter Sträuchern sollte dann die zerkleinerte Baumrinde in einer Dicke von 5-7 cm aufgebracht werden. Für Gartenwege ist eine Mulchschicht von etwa 10 cm Dicke zu empfehlen. Die Unkrautunterdrückung erfolgt einerseits durch den Lichtentzug und andererseits durch die in Baumrinde enthaltenen Gerbstoffe und Harze. Ebenfalls wird zerkleinerte Baumrinde zur Dekoration von Rosen und um Gartenbänke herum genutzt.

Welche Nachteile gibt es beim Mulchen mit Rindenmulch?

Mulch aus Baumrinde ist nicht für alle Pflanzenarten geeignet. Bei frisch gepflanzten Stauden und bodendeckenden Gehölzen sowie allen Pflanzen, die einen alkalischen Boden bevorzugen, sollte auf Rindenmulch verzichtet werden. Bevor Beete mit Flachwurzlern gemulcht werden, sollte Stickstoff zugeführt werden (z. B. durch Hornspäne), da zu Beginn des Verottungsprozesses Stickstoff gebunden und es dadurch sogar zu einem Mangel kommen könnte.