Kaninchen und Meerschweine im Garten halten

Osterhase auf Wiese

Kaninchen und Meerschweine im Garten halten Tierliebe Gartenbesitzer erfreuen sich nicht nur an wilden Tieren, die den Garten aufsuchen, sondern sie denken oft auch darüber nach, eigene Tiere im Garten zu halten. Dies ist, optimale Bedingungen vorausgesetzt, auch gar kein Problem und es gibt viele Tierarten, die sehr gut auf dem eigenen Grundstück im Freien gehalten werden können. Hühner, Minischweine, Schafe, Ziegen und Frettchen sind als Gartentiere sehr beliebt. Am häufigsten werden jedoch Kaninchen und Meerschweine im Garten gehalten. Lesen Sie jetzt, wie die beliebten Nagetiere im Garten gehalten werden können.

Vor der Tierhaltung: Über die Bedürfnisse der Tiere informieren

Grundsätzlich sollte jeder Tierhalter vor der Anschaffung eines Haustieres oder Gartentieres sich ausführlich über die Bedürfnisse und die optimalen Haltungsbedingungen der Tierart informieren. Wichtige Informationen über die Tierhaltung sind beispielsweise:

  • Wie viel Platz brauchen die Tiere?
  • Ist Einzelhaltung möglich oder braucht das Tier soziale Gesellschaft von Artgenossen?
  • Welche Ernährung benötigen die Tiere?
  • Welche Besonderheiten sind bei der Tierbehausung zu beachten?
  • Wie lässt sich der Tierkäfig und das Außengehege aus- und einbruchssicher gestalten?
  • Wie oft müssen die Tiere in der Außenhaltung versorgt werden?
  • Welche Kosten entstehen durch die Tierhaltung?
  • Für welche Krankheiten ist die Tierart anfällig?
  • Könnten Nachbarn sich durch Geräusche oder Gerüche belästigt fühlen?

Erst, wenn Sie sicher sind, alles zu wissen, können Sie in die Planungsphase einsteigen, damit vor dem Einzug von Kaninchen, Meerschweinchen & Co alles fix und fertig ist.

Welche Ansprüche haben Langohren und Meeris?

Sowohl Kaninchen wie auch Meerschweinchen sind gesellige Tiere, die den Kontakt zu Artgenossen zwingend brauchen. Daher sollten diese Tierrassen immer in Gruppen gehalten werden. Ein entsprechendes Platzangebot für mehrere Karnickel und Meeris muss vorhanden sein.

Schlafhäuser für Meerschweine und Kaninchen

Tierische Gartenbewohner brauchen ein großzügiges Außengehege für den täglichen Auslauf, aber auch einen geräumigen Stall und schützende Schlafhäuser, die vor Kälte, Regen, Wind im Winter sowie vor übermäßiger Hitze im Sommer Schutz bieten. Insbesondere Häuschen müssen gut isoliert sein, damit die Nagetiere im Außengehege nicht unter der Winterkälte leiden. Weil es auch in Tiergruppen zu Streitereien kommen kann, ist es für Hasen und Kaninchen wichtig, dass mehrere Schlafhäuschen angeboten werden. So können Tiere sich aus dem Weg gehen, wenn sie sich nicht gut vertragen.

Schutz vor Fressfeinden und Grabungen

Da die Nagetiere viele natürliche Fressfeinde haben, müssen sowohl Innengehege wie auch Außengehege einen dementsprechend sicheren Schutz gegen Füchse, Hunde, Katzen sowie Greifvögel und andere Angreifer bieten. Kaninchengehege sowie Meerschweingehege können durch ein Schutznetz gesichert werden, das über das Außengehege gespannt wird. So haben Greifvögel, Füchse und andere Raubtiere keine Chance, sich ein Langohr oder ein Meeri zu greifen. Das Schutznetz sollte bei Langohren mindestens in einer Höhe von 70 cm angebracht werden, damit die Fellnasen munter durch ihr Außengehege hoppeln können. Insbesondere Kaninchen sind talentiert, sich unter Umzäunungen durchzugraben. Der Zaun des Kaninchenauslaufs sollte mindestens einen halben Meter unter die Erde reichen und gelegentlich kontrolliert werden.

Der richtige Standort für Hasenstall und Meerschweinchenvilla im Garten

Am besten geeignet ist ein Standort, der windgeschützt ist und zumindest teilweise im Schatten liegt. So haben Meerschweinchen und Kaninchen die Möglichkeit, im Hochsommer den kühlen Schatten aufzusuchen. Ist kein Schattenplatz vorhanden, kann es passieren, dass die tierischen Gartenbewohner einen Hitzschlag erleiden. Achten Sie bitte darauf, dass die Grünfläche im Außengehege nicht durch Düngemittel belastet ist.

Genug Platz für Gruppentierhaltung

Innerhalb der Gruppen kann es zu Rangkämpfen kommen. Dies gilt im Besonderen für Böcke. Kaninchen benötigen bei Einzel- und Paarhaltung mindestens 4 m². Umso mehr Tiere gehalten werden, desto mehr Platz muss der Kaninchengruppe als Freigehege angeboten werden. Dies gilt auch für Meerschweinchen. Pro Meersau ist eine Bodenfläche von mindestens 0,5 m² notwendig. Bieten Sie Ihren Gartenbewohnern zudem mehrere Aussichtsplattformen an, damit Ihre Tiergruppe das spannende Treiben im Garten aufmerksam beobachten kann.

Wie sollte die Tiergruppe zusammengestellt werden?

Die reine Böckchen-Haltung führt häufig zu Problemen. Sobald Meerschweinchen und Hasen geschlechtsreif werden, kommt es unter Böcken zu Rangkämpfen, die teilweise sehr blutig oder gar tödlich enden. Es ist also sinnvoll, die Tiergruppe so zusammenzustellen, dass ein ausgewogenes Gruppengefüge entstehen kann. Ideal sind mindestens 2 bis 3 Weibchen pro Bock. Dies reduziert nicht nur die Machtkämpfe der männlichen Tiere, sondern entlastet auch die weiblichen Meeris und Kaninchen im Bezug auf den Paarungsdrang der Männer. Böcke werden durch die Kastration ruhiger. Das Kastrieren der männlichen Tiere ist ohnehin zu empfehlen, wenn Sie keinen Nachwuchs haben wollen. Meerschweinchen und Kaninchen sind extrem vermehrungsfreudig und für den Nachwuchs lassen sich nur schwer Abnehmer finden!

Tägliche Futterversorgung & Reinhalten des Tiergeheges

Ein großer Vorteil der Außenhaltung ist darin zu sehen, dass die Nager auf der Wiese ein natürliches und gesundes Futter zur Verfügung haben. Sie können nach Herzenslust am frischen Gras knabbern und sich artgerecht satt essen. Dennoch sollte beigefüttert werden. Kaninchen sowie Meerschweinchen mögen nämlich einen vielseitigen und abwechslungsreichen Speiseplan. Im Web finden Sie für die Nager Futterlisten mit Empfehlungen, welche Nahrungsmittel für eine artgerechte Ernährung sinnvoll sind. Allerdings gibt es auch Gartenpflanzen, die nicht verträglich für die Gartentiere sind.

Bevor die Nager in Ihren Garten einziehen, prüfen Sie daher bitte, dass im Freigehege keine Pflanzen wachsen, die nicht gefressen werden dürfen. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie im Garten selbst angebaute Salate, Gemüse und Obst anbieten. Aber es dürfen zum Beispiel einige Kohlsorten nicht an die Nagetiere verfüttert werden. Auch verschiedene Salatsorten sind nur bedingt oder gar nicht erlaubt. Täglich ist frisches Trinkwasser anzubieten und regelmäßig sind Tierställe sowie Futterplätze zu reinigen. Ebenso sind die Stellen im Außengehege sowie im Stall zu säubern, an denen Kaninchen oder Meerschweine ihre Geschäfte verrichten.

Tiergesundheit bei draußen lebenden Tieren

Die Impfung von Tieren im Außengehege ist anzuraten. So brauchen Karnickel regelmäßigen Impfschutz gegen Myxomatose und RHD. Gleiches gilt für durchgängigen Parasitenschutz. Bitte lassen Sie sich vom Tierarzt beraten. Zum Abschluss möchten wir noch kurz darauf eingehen, dass kranke Tiere immer tierärztlich behandelt werden müssen und notfalls auch erkrankte Kaninchen bzw. Meerschweinchen im Haushalt zu versorgen sind, bis sie wieder gesund sind. Sind Sie bereit, all diese Punkte zu beachten, spricht nichts dagegen, sich die possierlichen Nagetiere in den Garten zu holen.