Hühner im Garten halten

Hühner im Garten halten

Die private Hühnerhaltung ist aus vielerlei Gründen interessant. Die Versorgung der Tiere macht Spaß, sie vertilgen Schädlinge, entfernen Moos und natürlich legen die Hennen Eier, die bei entsprechender Fütterung und artgerechter Haltung in allerbester Bio-Qualität sind. Falls Sie Hühner im Garten halten wollen, finden Sie in diesem Ratgeber nützliche Informationen und Tipps.

Warum die private Haltung von Hühnern eine tolle Sache ist

Wie bei jeder Tierhaltung fällt auch bei dieser Tierart tägliche Versorgung der Tiere an und wenn man in Urlaub fährt, wird eine zuverlässige Urlaubsvertretung benötigt, die sich um die tierischen Gartenbewohner kümmert. Im Gegenzug für all die Mühen unterstützt das Federvieh bei der Gartenarbeit und darüber hinaus belohnen glückliche Hühner ihre Besitzer mit Eiern, die besonders lecker schmecken und auch noch gesund sind. Kein Wunder, denn Eier von glücklichen Hühnern sind frei von Antibiotika, Dioxin und Chemie. Des Weiteren trägt jede privat gehaltene Hühnerherde dazu bei, dass weniger Hühnereier aus qualvoller Massentierhaltung und Legebatterien gekauft werden.

Ist die Hühnerhaltung im Garten erlaubt?

Um Hennen und Hahn auf einem privaten Gartengrundstück zu halten, bedarf es zunächst keiner Genehmigung, denn sie gelten als Kleintiere. Somit können Hühner ohne Genehmigung selbst in reinen Wohngebieten auf privatem Grund gehalten werden. Es gilt jedoch, auf Nachbarn Rücksicht zu nehmen und nicht zu viele Kleintiere zu halten, da eine zooähnliche Tierhaltung nicht mehr von der Kleintierregelung abgedeckt ist.

Inzwischen haben mehrere Gerichte hierzu entschieden. Bis ca. 20 Hennen plus ein Hahn werden demnach akzeptiert. Diese Zusammenstellung der Hühnerschar entspricht einer artgerechten Haltung, stellt den natürlichen Nachwuchs sicher und reicht vollkommen aus, um den Bedarf einer 4-köpfigen Familie mit frischen Eiern zu versorgen.

Da es sich bei Hühnern um Nutztiere handelt, ist die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung „Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung“ zu beachten. (http://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/) Gemäß der TierSchNutztV müssen Hühnerhalter die Tierhaltung an das zuständige Veterinäramt sowie an die Tierseuchenkasse melden. Freilandhühner, die im privaten Garten gehalten werden, sind dreimonatlich gegen die Newcastle-Krankheit zu impfen. Die Geflügelpest-Verordnung schränkt die Haltung von Hühnern ebenfalls ein. Bei Ausbruch von Vogelgrippe besteht für Geflügel Stallpflicht. Für die private Hühnerhaltung im Garten können in vielen Regionen Ausnahmegenehmigungen beantragt werden.

Wie viel Platz brauchen Hühner im Garten?

Damit das Federvieh sich wohlfühlt und genügend Auslauf hat, sollte pro Tier eine Gartenfläche von 20-30 Quadratmeter einkalkuliert werden. Diese Empfehlung ist auch mit Hinblick auf den Garten sinnvoll. Das Scharren von Hahn und Hennen hat zwar den Vorteil, dass die Hühner dabei Moos aus dem Rasen entfernen und gleichzeitig mit ihren Hinterlassenschaften die Grünfläche düngen. Allerdings wäre beides zu viel des Guten, wenn pro Huhn eine zu geringe Fläche zur Verfügung stünde. Die Wiese wäre überdüngt und bekäme Rasenbrand. Für eine kleinerer Gartenfläche, die nicht ausreichend groß ist für normalgroße Hühnerrassen, kommen kleinere Hühnerarten in Betracht, die weniger Platz benötigten.

Brauchen Gartenhühner Hühnerstall und Hühnerzaun?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn die gefiederten Gartenbewohner sich frei auf dem Grundstück bewegen können. Gewiss wird sich jedes Huhn glücklich schätzen, wenn es nicht eingeengt ist. Dennoch muss das Grundstück umzäunt sein, damit Hahn und Hennen nicht ausbrechen können. Hühner sind Fluchttiere und haben auch bei der Gartenhaltung natürliche Feinde.

Um sie vor Greifvogel und Fuchs zu schützen, sollte zumindest für die Nacht ein schützender Hühnerstall zur Verfügung stehen. Zudem ziehen sich Hühner gerne zum Schlafen in ein schützendes Bauwerk zurück. Allerdings sind feste Bauten genehmigungspflichtig und müssen vom Bauamt abgesegnet werden. Dies gilt jedoch nicht für mobile Hühnerställe. Informieren Sie sich daher bitte bei Ihrem zuständigen Bauamt!

Hühnerhaltung im Garten: Vorher mit der Nachbarschaft abklären

Wo Hühner leben, kommt es zu Geruchsbelästigung und Gegackere. Das allmorgendliche Krähen des Hahns nicht zu vergessen. Prinzipiell kann der Weckruf des Hahns dadurch unterbunden werden, eine reine Hennengruppe im Garten zu halten, doch dies stellt keine artgerechte Hühnerhaltung dar. Daher sollte vorher immer mit den Nachbarn gesprochen werden, ob diese damit einverstanden sind, dass Sie Hühner im Garten halten. Das Versprechen, den Nachbarn ab und an frische Eier von glücklichen Hühnern als kleines Dankeschön zu bringen, kann ein überzeugendes Argument sein, der Nachbarschaft die Hühnerhaltung im Garten schmackhaft zu machen.