Drainagerohre im Garten verlegen

Rasen im Garten

Die meisten Gartenpflanzen vertragen keine Staunässe. Wenn ein zu nasser Boden das Bepflanzen nahezu unmöglich macht, können Sie Drainagerohre im Garten verlegen, um das Erdreich zu entwässern. Doch bevor Sie auf eigene Faust eine Wasserableitung im Garten installieren, ist es wichtig, sich neben der richtigen Durchführung auch mit dem rechtlichen Aspekt auseinanderzusetzen. Unter Umständen benötigen Sie für die Drainage eine behördliche Erlaubnis und es können Gebühren für die Abwasserentsorgung anfallen.

Staunässe im Garten macht das Anpflanzen zum Problem

So mancher Gartenboden kann aufgrund seiner Zusammensetzung zu massiven Problemen bei der Anpflanzung führen. Handelt es sich um einen sogenannten ”schweren Boden”, der einen hohen Anteil an Lehm oder Ton enthält, speichert die Erde zu viel Wasser.

Schmelzwasser und Regenwasser sickert nach unten nur sehr langsam ab. Dort, wo unterhalb der Erdoberfläche die Wurzeln liegen, staut sich das Wasser. Im schlimmsten Fall kann dies sogar soweit führen, dass sich auf einer Grünfläche, im Blumenbeet oder im Gemüsegarten regelrechte Pfützen bilden, deren Wasser nur sehr langsam ausreichend nach unten absichert. Bei den meisten herkömmlichen Gartenpflanzen kommt es durch diese Staunässe im Wurzelbereich zur Fäulnis und die Pflanzen sterben ab.

Fehlt es dem Erdreich an einer zuverlässigen Drainage, folgen weitere Probleme:

  • Der Boden verdichtet sich zunehmend.
  • Das Erdreich wird nicht ausreichend belüftet.
  • Es kommt zu Klumpenbildung.
  • Zugeführte Nährstoffe werden aus dem Erdreich ausgeschwemmt.
  • Der pH-Wert sinkt, der Boden versauert.
  • Aufgrund der Klumpen verteilt sich Wasser nicht mehr optimal.

Zudem können – auch unterirdische – Wasseransammlungen auf dem Grundstück zur Gefahr für Treppen, Gehwege und Gebäude werden. Denn bei Frost kann eingedrungenes Wasser Steine brechen lassen und Staunässe an Hauswänden begünstigt Schimmelbildung.

Was hilft gegen Staunässe und Pfützen im Garten?

Haben Sie nur kleinere Flächen, an denen sich Staunässe bildet, kann es ausreichen, wenn Sie mit einer Aerifiziergabel den Boden belüften. Dieses Gartenwerkzeug dringt mit langen Spießen in die Erde ein und zerstört größere Erdklumpen. Dies verbessert die Belüftung des Bodens und beschleunigt das Absickern.

Unterstützen Sie die Drainage, indem Sie Sand in die Löcher füllen. Lässt sich mit dieser Methode das Stauwasser nicht signifikant reduzieren, kommen Sie langfristig wahrscheinlich nicht daran vorbei, Drainagerohre im Garten zu verlegen.

Nasser Gartenboden mit Drainage entwässern

Sind größere Rasenbereiche oder Gartenflächen betroffen, ist es sinnvoll, das Wasser durch unterirdisch verlegte Rohre in ein Sickerbecken bzw. eine Zisterne abzuleiten. Hierfür werden spezielle Drainagerohre benötigt, die im oberen Bereich gelocht sind. Das verlegte Drainagerohr fängt das nicht absickernde Wasser im betroffenen Bereich auf.

Innerhalb der Drainage fließt das aufgesammelte Wasser zu einer anderen Stelle ab. Um zu verhindern, dass sich die Löcher der Drainagerohre mit Erde zusetzen, werden die Rohre vor dem Verlegen mit robustem Gartenvlies umwickelt. Zusätzlich werden die Drainagerohre in ein Kiesbett verlegt, um eine möglichst effiziente Ableitung des Wassers zu gewährleisten. Um einen guten Abfluss des gesammelten Wassers sicherzustellen ist ein Gefälle von 1 bis 2 Prozent erforderlich.

In welche Tiefe das Drainage-System eingebracht werden muss, hängt davon ab, in welchem Bereich sich das Stauwasser sammelt. Bei Rasenflächen sollte die Drainage etwa in einer Tiefe von wenigstens 50 Zentimeter verlegt werden. In Gemüsebeeten müssen die Rohre noch tiefer (ca. 100 bis 150 cm) vergraben werden. Bei einer großflächigen Drainage sind im Abstand von ca. 2 Metern Abwasserrohre zu verlegen.

Drainage im Garten – die rechtliche Situation

Gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz zählt auch Regenwasser zu Abwasser. Insofern das Wasser durch den Oberboden gereinigt wird und ins tiefer liegende Erdreich versickert, stellt Regenwasser in rechtlicher Hinsicht kein Problem dar.

Wird jedoch das durch die Drainage aufgefangene Wasser in die Kanalisation abgeführt, müssen Sie die Gesetzeslage strikt beachten und Abwassergebühren bezahlen. Informieren Sie sich daher bei der Gemeinde, bevor Sie Drainagerohre im Garten verlegen. Drainagerohre im Garten verlegen