Brunnen bohren – Worauf beim Gartenbrunnen achten?

Pumpe für Brunnenwasser

Für die Bewässerung des Gartens ist ein eigener Brunnen eine tolle Sache. Dieser kann für relativ viel Geld durch eine Fachfirma installiert oder aber mit viel Schweiß, Muskelpower und wenig Geld selbst gebaut werden. Was Sie zum Brunnen bohren benötigten und worauf beim Brunnenbau zu achten ist, ist das aktuelle Thema dieses Ratgebers.

Wie viel kostet ein selbst gebauter Brunnen?

Ungeachtet dessen, ob Sie in DiY-Leistung einen Brunnen bohren wollen oder eine Fachfirma mit dem Brunnenbau beauftragen, hängen die Kosten maßgeblich davon ab, wie tief gebohrt werden muss, um auch in niederschlagsarmen Zeiten an Grundwasser zu gelangen. In einigen Bundesländern wie etwa Saarland, Schleswig-Holstein, Bremen, Thüringen und Niedersachsen können die lokalen Grundwasserstände über Online-Karten abgefragt werden. Da der Brunnenbau ohnehin bei der örtlichen Wasserbehörde anzumelden ist, kann aber auch dort der örtliche Grundwasserspiegel erfragt werden.

Je tiefer das Bohrloch sein muss, um an Grundwasser zu gelangen, desto höher werden die Kosten. Professionelle Brunnenbauer bieten meist eine Bohrpauschal bis zu 10 Meter Bohrtiefe an. Jeder weitere Meter wird zusätzlich berechnet. Die Pauschale ist auch dann zu bezahlen, wenn die Bohrtiefe geringer ausfällt. Stößt der Brunnenbauer auf eine undurchdringbare Schicht, kann eine zweite Bohrung notwendig werden, so dass die Bohrpauschale doppelt fällig wird.

Die Bohrkosten belaufen sich bei 10 Meter ungefähr zwischen 600 und 800 Euro; der Folgemeter wird mit einem Betrag von ca. 50 bis 100 Euro in Rechnung gestellt. Neben diesen Kosten fallen weitere Ausgaben für Rohrverlegung, Lieferung, Installation, Pumpe usw. an. Proportional zur Bohrtiefe steigen die Materialkosten, die ingesamt etwa 20 % der Gesamtkosten ausmachen. Letztlich lassen sich die Kosten für den Brunnenbau nicht pauschal benennen, da beispielsweise

  • Bodenbeschaffenheit
  • Anzahl der Zapfstelle
  • Verleihkosten für Bohrer
  • regionale Preise von Fachfirmen

sich mitunter drastisch unterscheiden. Möchten Sie selbst den Brunnen bohren, lassen sich die Kosten auf ca. 1/3 reduzieren. Dies gilt jedoch nur für den Fall, wenn Sie mit einer Bohrtiefe von etwa 10 Meter auskommen. Darüber hinaus gehört der Brunnenbau in die Hände eines Profis. Bevor das Projekt Brunnenbau gestartet wird, rentiert sich eine Kosten-Nutzen-Analyse. Eine günstige Alternative zum eigenen Gartenbrunnen kann es sein, das Nutzwasser für den Garten über einen eigenen Wasserzähler abzurechnen, denn für Gartenwasser fallen keine Abwasserkosten an.

Bohrbrunnen selber bauen

Fällt die Kosten-Nutzen-Analyse für den eigenen Gartenbrunnen positiv aus und wird das Grundwasser unterhalb der 10 Meter Marke erreicht, können Sie selbst den gewünschten Brunnen bohren. Entsprechende Bohrwerkzeuge und weiter erforderliche Materialien wie

  • Brunnenbohrer
  • Umlenkrolle für den Dreibock
  • Rohrzange
  • Schraubzwinge
  • Seil
  • Plunscher bzw. Kiespumpe

sind im Baumarkt erhältlich. Einmalig für den Brunnenbau benötigte Werkzeuge wie der Erdbohrer können auch ausgeliehen werden. Der Bohrer kann mit Muskelkraft oder motorbetrieben in die Erde gebracht werden. Zuvor empfiehlt sich ein Erdaushub mit dem Spaten, in das der Erdbohrer leichter einzutreiben ist. Um in die Tiefe vorzudringen, erleichtert ein Dreibock mit Seilwinde und Zugseil die Arbeit enorm.

Sobald der Wasserspiegel erreicht ist, fällt das Bohrloch immer wieder zusammen. Durch Einbringen eines Brunnenrohres (KG-Rohr) wird dies verhindert. Bevor die Kiespumpe in das Bohrloch versenkt wird, muss das Bohrloch mit Wasser aus dem Gartenschlauch geflutet werden. Die Plunsche muss nun mehrmals in das Bohrloch versenkt und wieder nach oben befördert werden, damit sich der Klappdeckel der Plunsche verschließt.

Vor der finalen Montage der Pumpe ist es wichtig, das Bohrloch des Brunnens von losem Sand zu befreien. Dafür wird das Brunnenloch mehrfach ausgepumpt und die Pumpleistung regelmäßig gesteigert. Anschließend erfolgt die Installation der Brunnenpumpe – schon ist der eigene Brunnen für die Wasserversorgung im Garten nutzbar.